Rhabarber, Rhabarber, Rhabarber!

Heut möchte ich die erste Pflanze aus unserem Garten vorstellen. Es ist DIE April-Pflanze – der Rhabarber (auch wenn mittlerweile schon Mai ist). Sie macht gar keinen Pflegeaufwand und man kann sie vielseitig in der Küche verwenden.

Die Pflanze

Rhabarber gehört zur Familie der Knöterichgewächse und ist mit Sauerampfer verwand. Man unterscheidet 3 verschiedene Arten von Rhabarber, jeweils nach ihrer Stängel- und Fleischfarbe. Die mildesten Sorten haben rote Stängel mit rotem Fleisch. Sehr sauer hingegen sind Sorten mit grünem Stängel und grünem Fleisch.
Die Pflanze bzw. der Wurzelstock sollte tief eingegraben und mit Kompost bedacht werden. Im ersten Jahr sollte man der Pflanze noch eine erntefreie Zeit einräumen um sich gut zu entwickeln. Im zweiten Jahr kann dann geerntet werden. Nach der Erntezeit sammelt sie kraft fürs neue Jahr und wirft die Blätter mit dem ersten Frost ab. Rhabarber hat sehr schöne große Blütenstände. Allerdings sollte man diese entfernen, damit nicht die ganze Kraft in die Blüte gesteckt wird.

Unsere Rhababerpflanze wuchert schon regelrecht. Nichts machen und super Ernte. Einfach klasse 🙂

An sich ist die Pflanze sehr pflegeleicht und muss maximal 1-2 Mal im Jahr gedüngt werden. Aber auch ohne kommen sie ganz gut aus. Man sieht oft noch den Rhabarber in verlassenen Gärten wachsen. Er überlebt wirklich lang ohne Pflege. Wer sich keine Pflanze kaufen möchte kann sich durch Teilung des Wurzelballens eine Tochterpflanze abstechen. Oma, Mama oder eben der erwähnte, verlassene Garten gibt sicher gerne was her. Wenn die Pflanze zu groß wird, ist die Teilung auch ein gutes Mittel das Wachstum einzudämmen.

Die Ernte

Ernten kann man Rhabarber ca. ab April. Man sagt, dass sich die Blätter ausgebildet haben sollten. Die Erntezeit ist, ähnlich wie beim Spargel, bis Mitte Juni. Sonst werden die Stängel zu sauer und zu holzig. Zum ernsten sollte man die Stängel einfach unten aus der Pflanze drehen. Die Blätter kommen auf den Kompost. Analog zum Spargel halten sich die Stangen in einem feuchten Tusch im Kühlschrank für einige Tage. Man kann sie aber auch einfrieren und das ganze Jahr über Rhabarber essen.

Blätter aus der Pflanze drehen und dann das unter und obere Ende abschneiden.

Grüne und holzige Stängel sollte man schälen. Dazu einfach das untere/ober Ende anschneiden und kurz vorm durchschneiden die „Haut“ abziehen. Da die Stängel sehr faserig sind kann man so problemlos die Schale auf der ganzen Länge entfernen. Junge und rote Triebe kann man auch ungeschält verarbeiten.

Die Verarbeitung

Man kann ja soooo viel mit Rhabarber machen. Ich habe dazu mal eine kleine Pinnwand mit den besten Ideen auf Pinterest erstellt:

Der Klassiker sind das Kompott, Marmelade und natürlich der Baiserkuchen *lecker*. Ich kenne Rhabarber eigentlich nur in der Kombination sauer-extrem süß. Bei der Suche bin ich aber auch auf herzhafte Rezepte gestoßen, die total lecker sind. Chutney ist der Inbegriff von süß-sauer…das ich nicht früher darauf gekommen bin. Bei mir darf zudem der Rhabarbersirup nicht fehlen. Einfach mit Wasser oder Sekt und ein paar Eiswürfeln aufgießen *himmlisch*.

Einkochen der Rhabarber-Ginger Ale Konfitüre

wunderschön Rosé – Rhababersirup und Marmelade

Ein Traum von einem Kuchen – der Baiser-Rhababer-Kuchen ist ein Klassiker

  Giftig?

Rhabarber enthält neben anderen Fruchtsäuren auch Oxalsäure C2H2O4, oder auch Kleesäure genannt. Diese ist in großen Mengen giftig. Allerding muss man sich bei normalem Verzehr keine Sorgen machen. Oxalsäure ist allerdings ein guter Komplexbildner für Calcium, Magnesium, Eisen, Aluminium und einige andere Elemente. Daher isst man Rhabarber (aber auch z.B. Spinat) oft mit Milchprodukten. Dadurch wird die Oxalsäure „gebunden“. Die gebildeten Salze werden nur in ganz geringen Mengen vom Darm aufgenommen und der Rest einfach ausgeschieden. Wird die Oxalsäure nicht in diesen komplexen gebunden, sucht sie sich die geeigneten Elemente im Körper. Das führt dazu, dass der Zahnschmelz und andere Calciumlieferanten angegriffen werden (man fühlt einen „Belag“ auf den Zähnen). Auch Nieren und Blasensteine bestehen aus Oxalaten, also Salzen der Oxalsäure. Menschen die dazu neigen sollten deswegen Rhabarber meiden, weil sich solche Steine schneller bilden können.
Die Oxalsäure sammelt sich vor allem in den Blättern und den grünen Bereichen der Stängel an. Daher gelten die Blätter als Giftig. Die Oxalsäure löst sich beim Kochen teilweise im Wasser. Durch Hitze zersetzte sich Oxalsäure außerdem zum Teil.

Verlinkt auf: Meertje und Mittwochs mag ich

2 Gedanken zu „Rhabarber, Rhabarber, Rhabarber!

  1. Pia sagt:

    Sehr interessanter Beitrag über die Rhabarbern. Eine Pflanze der es in unserm Garten nicht gefällt. Mehrmaliges versuchen sind gescheitert und keiner weiss warum. Aber zum Glück bekomme ich immer wieder von diesen feinen Stängeln geschenkt.
    Die Rezepte machen richtig „gluschtig“
    L G Pia

    • Anke sagt:

      Hallo Pia,
      das ist schade, dass der Rhabarber bei euch nicht wächst. Er sollte einen schönen sonnigen Standort haben und beim Pflanzen vielleicht noch etwas Mist oder Dünger eingearbeitet werden. Aber sicher habt ihr schon viele Tipps gehört.
      Zumindest habt ihr eine Quelle, das ist das Wichtigste 😉

      PS: ich musste erstmal „gluschtig“ googlen 😀 Tolles Wort!

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